Die Bruderhilfe 1. Ökumenische Autobahnkapelle Dammer Berge 2. Ökumenische Autobahnkapelle Roxel 3. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche Exter 4. Evangelisch-lutherische Autobahn- und Gemeindekirche Peter und Paul, Uhyst am Taucher 5. Ökumenische Autobahnkapelle Geismühle 6. Katholische Autobahnkapelle St. Raphael, Nievenheim 7. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche Gelmeroda 8. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche Waldlaubersheim (Martinskirche) 9. Katholische Autobahnkirche St. Christophorus Himmelkron, Bad Berneck 10. Autobahnkirche 'Maria, Schutz der Reisenden', Adelsried 11. Katholische Autobahnkirche St. Christophorus, Baden-Baden 12. Katholische Autobahn- und Pfarrkirche 'Maria am Wege', Windach 13. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche Duben 14. Katholische Autobahnkapelle St. Antonius, Gescher/Coesfeld 15. Ökumenische Autobahnkapelle 'Galluskapelle', Leutkirch im Allgäu 16. Evangelische Autobahnkirche Medenbach 17. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche Kavelstorf 18. Ökumenische Autobahnkapelle 'Jesus - Brot des Lebens', Groß-Hesepe 19. Ökumenische Autobahnkapelle 'Emmauskapelle', Singen 20. Ökumenische Autobahnkirche 'Licht auf unserem Weg', Geiselwind 21. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche Werbellin 22. SVG-Autohofkapelle Schlüchtern 23. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche St. Benedikt, Hohenwarsleben 24. Evangelische Autobahn-, Stadt- und Klosterkirche Brehna 25. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche St. Petri, Brumby 26. SVG-Autohofkapelle Hessisch Lichtenau 27. SVG-Autohofkapelle Schwabhausen 28. Ökumenische Autobahnkapelle Waidhaus 29. SVG-Autohofkapelle Kirchheim/Hessen 30. Ökumenische Autobahnkirche Jakobikirche, Wilsdruff 31. Evangelische Autobahn- und Gemeindekirche St. Pancratius, Rothenschirmbach, OT der Lutherstadt Eisleben 32. Autohofkapelle an der A 44 Kassel-Dortmund, Abfahrt Diemelstadt 33. Evangelische Autobahnkirche St. Kilian 34. Autobahnkapelle Kassel 'Licht auf dem Weg' 35. Autobahnkapelle Hamm 36. Autobahnkirche RUHR in Bochum 37. Autobahnkirche St. Paul, Wittlich 38. Autobahnkirche St. Thomas von Aquin, Trockau 39. Evangelische Nikolaikirche und katholische St. Marienkirche

Autobahnkirchen in Deutschland
Ob zu Fuß, mit Pferd und Wagen oder mit dem Auto - seit der Mensch lebt, ist er "unterwegs". Die Geschichte der mobilen Gesellschaft führt bis ins Alte Testament zurück. Bereits im Buch Genesis 12,1 werden in der Berufung Abrahams und dem damit verbundenen Auftrag, sein Land zu verlassen und dem Auszug der Israeliten aus der Knechtschaft der Ägypter, erste Hinweise der Mobilität gegeben.

Bis heute hat sich die Mobilität der Menschen in nahezu allen Lebensbereichen rasant entwickelt. Die Industriealisierung steigerte die Mobilität der Menschen dabei um ein Vielfaches. Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Verlauf der Wiederaufbauphase in den 1950er Jahren kam es zu einem tiefgreifenden Strukturwandel, verbunden mit einer bisher nicht gekannten individuellen und beruflichen Mobilität.

Grundlage und Bedingung hierfür waren Verkehrswege, die schnelle und reibungslose Überwindung immer größerer Entfernungen ermöglichten. Während das Autobahnnetz sich relativ konstant über rund 12.000 km Länge erstreckt, hält die Zunahme des Kfz-Bestandes unvermindert an, die Konzentration des Verkehrs dadurch auf Autobahnen ebenfalls. In Zeiten der stetig wachsenden Verkehrsbelastungen befinden sich Fahrerin und Fahrer in einer extrem spannungsreichen Situation. Der teilweise hohe Geräuschpegel im Auto, die Flut visueller Eindrücke, der Zwang, sich ununterbrochen zu konzentrieren sowie eine sehr geringe Bewegungsfreiheit sind wesentliche Faktoren physischer und psychischer Belastung. Diese Belastungen machen Ruhepunkte am Rande der Fahrbahn notwendiger.

Bereits im Mittelalter wurden dem Wanderer, Pilger und Reisenden Andachtsmöglichkeiten in Form von Kapellen und Kreuzen am Wegesrand angeboten. Sie sollten einerseits als Orte des Schutzgebetes dienen, andererseits den Menschen mahnen, sich (wieder) auf Gott zu besinnen. Eine den veränderten gesellschaftlichen Lebensräumen angepasste Form der traditionellen Wegekapellen und -kreuze sind Autobahnkirchen und -kapellen. Sie laden auch Menschen ein, die den oben genannten physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind. So können und wollen Autobahnkirchen und -kapellen als Gegenpol zu unserer schnelllebigen und unverbindlichen Zeit Orte sein, an denen Menschen auf der Suche nach Begegnung mit Gott oder sich selbst Ruhe und Besinnung finden.

Autobahnkirchen stehen entweder an Autobahnraststätten, an Autohöfen oder in unmittelbarer Nähe einer Autobahnabfahrt. Sie sind tagsüber mindestens von 8 bis 20 Uhr geöffnet, manche von ihnen rund um die Uhr.

Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche. Die Besucher schätzen in Autobahnkirchen vor allem die Ruhe und Anonymität. Dass überwiegend kein Seelsorger anwesend ist, stört nicht. Viele Besucher nutzen das "Anliegenbuch", um ihre Gedanken festzuhalten, viele zünden eine Kerze an und geben eine Spende.

Die erste Autobahnkirche in Deutschland wurde im Jahr 1958 in Adelsried an der A8 eingeweiht. Da bis heute stetig neue Autobahnkirchen und -kapellen gebaut und eröffnet wurden und werden, wurde es gleichzeitig unabdingbar, inhaltliche Überlegungen anzustellen und pastorale Konzepte zu entwickeln.

Die Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen mit Sitz in Kassel koordiniert und unterstützt seit Anfang der 1980er Jahre strukturell den Ausbau des Autobahnkirchennetzes. Sie ist Ansprechpartner für die Anliegen seitens der Verantwortlichen von Autobahnkirchen und -kapellen. Darüber hinaus steht sie für alle Interessierte für weitere Anfragen gerne zur Verfügung.

Studie "Spurwechsel : Gott auf der Autobahn"
Durch die Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen wurde in 2007 eine Befragung von Besuchern in Autobahnkirchen in Auftrag gegeben. Danach sind die Besucherinnen und Besucher

  • eher männlich als weiblich
  • eher verheiratet mit Kindern als alleinstehend
  • eher katholisch als evangelisch

Zwei von fünf Besuchern sind kirchlich und kirchengemeindlich distanzierte Personen. Die Autoren der Studie bezeichnen den typischen Besucher als "Autobahnkirchensponti", dessen Besuch "eine ungeplante Kurzweilinsel zum religiösen Auftanken" darstellt. Nähere Informationen zur Studie erhalten Sie bei der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen.